Wie man Geheimdienste in den Wahnsinn treibt

Januar 17th, 2006 Dodg3r

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat wieder einen neuen Weg gefunden, sich besonders bei Geheimdiensten unbeliebt zu machen. Da bringen die einfach eine LiveCD raus die den Internetzugang anonymisiert. Die auf OpenBSD basierende Distribution verwendet TOR, wodurch jede Anfrage ins Internet über mehrere Rechner läuft (Oninon Router), so dass die eigene IP vollständig vor dem Zielrechner verborgen wird. Eine Rückverfolgung zum eigentlichen Absender der Anfrage wird somit unmöglich.

Das ist aber noch nicht alles. Um wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen, gibt sich die Distribution als Windows XP System aus, wäre ja auch dämlich, wenn man am Zielrechner sehen könnte, dass es sich um eine anonymisiertes OS handelt. In Zukunft soll die Distribution um einen verschlüsselten Instant Messenger und Mailclient (Thunderbird feat. Enigma Mail) erweitert werden. Laut nachgedacht wird auch über eine USB Stick Version von der „Anonym.OS“ getauften Distribution.

Bei Golem schreien schon wieder die ersten: Ja machts den Hackern noch einfacher und beschwören den Untergang des Internets. Was für ein Quatsch. Hacker und kriminelle im Internet benutzen diese DIenste schon längst. Es geht viel mehr darum, Privatleuten die weniger Ahnung von der Materie haben, die Verwendung von Anonymisierungsdiensten zu erleichtern, vielleicht sogar erst zu ermöglichen. Besonders denke ich da an Länder wie China, in denen die Meinungsfreiheit kein Eckpfeiler des gesellschaftlichen Lebens ist. In Zeiten in denen immer mehr spioniert wird, müssen Alternativen gefunden werden.

Ein Image von „Anonym.OS“ steht bei Sourceforge zum Download bereit (549 MB). Ich werds mir gleich mal ansehen.

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1 Comment

  • 1. Tematze  |  Oktober 17th, 2006 at 23:02

    Also ich find das anonym.os ein sehr gutes anonymisierungsprogramm von sehr hellen köpfen ist. Sowas sollten wir unterstützen und t-shirts kaufen.


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