GVU – Razzia im eigenen Haus

Januar 24th, 2006 Dodg3r

Am heutigen Vormittag durchsuchten Polizeibeamte die Hamburger Büros der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Fairer Weise muss man sagen, dass nicht nur die Räumlichkeiten der GVU dursucht wurden, sondern auch andere Lokalitäten in 200 Orten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen und Tschechien.

Warum die Räumlichkeiten der GVU durchsucht wurden ist unklar. Heise hat zwar um eine Stellungnahme gebeten, bis jetzt ist aber noch nichts bekannt. Quelle: heise.de

Zeit für Spekulationen in der im Moment kümmerlich verkommenden Rubrik „Verschwörungstheorien“.

Ist es vielleicht möglich, dass die GVU selbst in Tauschbörsen aktiv war/ist , um an IPs zu gelangen und um Aussagen darüber machen zu können, welche Werke in welchem Umfang getauscht werden? Da Tauschbörsen meist in zwei Richtungen funktionieren (sprich: wer runterlädt muss auch hoch laden) hätte sich die GVU dann nicht der Verbreitung illegaler Kopien strafbar gemacht?

Nach deutschem Recht darf man sich nicht illegaler Methoden bedienen, um illegale Handlungen zu unterbinden. Sind zum Beispiel bei einer Gerichtsverhandlung Beweise auf illegale Art und Weise gesammlt worden, sind diese vor Gericht nicht verwendbar. Folglich dürfte es auch schwer sein, Urheberrechtsverletzungen zu begehen, um Urheberrechtsverletzungen nachzuweisen. Wenn deshalb wirklich GVU Angestellte vor Gericht kommen, brech ich zusammen. Hart ab Fair, Raubkopierer sind Verbrecher! Welcher GVUler den geilsten Arsch hat, wird sich sicherlich bald herausstellen. Ich bin mal gespannt was das noch gibt. Vielleicht gehts ja auch um harmlosere Sachen (Steuerhinterziehung, Veruntreuung,…). Man kann davon aussgehen, dass die Polizeibeamten einen guten Grund hatten die Räumlichkeiten zu durchsuchen. Zum Spaß machen die das sicherlich nicht. Stay tuned.

Update:

Jetzt gerade erst bei golem gelesen, dass es sich so verhält wie ich dachte. Anscheinend hat die GVU Topsites unterstützt und so zu Urheberrechtsverletzungen beigetragen. Selbst in der Chefetage wusste man davon. Die Administratoren der Topsites wurden von der GVU bezahlt und haben im austausch Logfiles und IPs der User verraten. Die GVU wollte sich zu den Vorfälen nicht weiter äussern, amn bestätigte lediglich, dass die Durchsuchungen statt fanden.

Quellen: golem.de und heise.de

Ausserdem werden in diesem Blog Stimmen aus der Szene zitiert. Ein schwarzer Tag für die Szene und ein Armutszeugnis für die Administratoren, die sich habe kaufen lassen. Aber wer weiss, vielleicht hatten sie keine andere Wahl.

Arbeiten bei Spiegel Online jetzt eigentlich nur noch Praktikanten? Da wird aus der GVU mal die GUV und überhaupt scheint die Recherche eher, na saen wir mal merkwürdig zu sein. Das die GVU selbst mit drinhängt wird mit keiner Silbe erwähnt und über Typo und grammatik wollen wir gar nicht erst reden. Ich erst recht nicht, aber ich leb ja auch nicht davon 😉
Wer sich den Spiegel Artikel trotzdem antun möchte: hier gehts lang.

Entry Filed under: Verschwörungstheorien


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